tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bezieht das Konzept des Unbewussten in das Verständnis der menschlichen Psyche und von psychischen Erkrankungen mit ein. Das Unbewusste ist der Teil der Psyche, der dem Bewusstsein nicht zugänglich ist, sich aber trotzdem in Form von spontanen Handlungen, unwillkürlichen Reaktionen, Fehlleistungen oder auch psychischen Symptomen zeigt. Durch den Prozess der Verdrängung werden Inhalte vom Bewusstsein ins Unbewusste verschoben und durch die sogenannten Abwehrmechanismen wird verhindert, dass Dinge aus dem Unbewussten wieder ins Bewusstsein treten. Bei den verdrängten Inhalten handelt es sich meist um unangenehme Gefühle und Gedanken bzw. um Bedürfnisse die zu negativen Konsequenzen geführt haben. Der Prozess der Verdrängung ist nicht per se etwas Pathologisches, sondern in einem gewissen Ausmaß notwendig, um alltagsfähig zu sein. 


Modell für die Entstehung von psychischen Symptomen 

Zur Entstehung von Symptomen kommt es nach der Theorie der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie meist dadurch, dass die Inhalte aus dem Unbewussten stärker ins Bewusstsein drängen. Die bisherigen Verdrängungsstrategien reichen nicht mehr aus, weshalb Symptome notwendig werden. Symptome haben demnach die Funktion die verdrängte Gefühle, Gedanken oder Bedürfnisse weiterhin im Unbewussten zu halten. Das führt zu einer kurzfristigen Entlastung, bringt aber langfristig den Leidensdruck, der mit psychischen Symptomen einhergeht, mit sich. 


Therapieansätze 

aufdeckendes Arbeiten 

Beim aufdeckenden Arbeiten geht es darum, einen gewissen Teil der verdrängten Inhalte bewusst zu spüren und somit zu verarbeiten. Gelingt dies, wird die Erfahrung gemacht, dass gewisse Inhalte nicht verdrängt werden müssen, was dann auch die Bildung von Symptomen redundant macht. Die therapeutische Beziehung dient dabei als sicherer Ort, was es einfacher macht, als belastend erlebte Emotionen, Gedanken und Bedürfnisse zuzulassen. 


strukturbezogenes/stabilisierendes Arbeiten 

Da aufdeckendes Arbeiten kurzfristig destabilisierend sein kann, ist es in krisenhaften Zuständen nicht indiziert. In diesem Fall geht es nicht darum etwas aufzudecken, sondern die aktuelle Spannung zu regulieren.

Weiterhin können im Rahmen einer Psychotherapie existentielle Themen/allgemeine Lebensfragen betrachtet werden. Darauf liegt der Fokus bei der existentiellen Psychotherapie nach Irvin Yalom